Erschöpfung & Burnout

Ausgebrannte GlühbirneDepression oder Burnout?

Ob man es als Burnout bezeichnet oder als Erschöpfungsdepression – letzten Endes ist beides ein Zustand tiefster Erschöpfung mit ganz ähnlichen Symptomen. Es ist umstritten, ob eine Unterscheidung überhaupt sinnvoll ist. Die einen sagen, dass ein unbehandeltes Burnoutsyndrom in eine schwere Depression übergehen kann. Manche glauben auch, die Diagnose Burnout (die in der Klassifikation psychischer Störungen ICD-10 gar nicht vorkommt!) sei eine Art Etikettenschwindel, weil Depressionen einen schlechten Ruf haben und man sich keine vermeintliche „Schwäche“ eingestehen will. Für viele hört sich „Ausgebranntsein“ irgendwie besser an als „ständig traurig sein“. Burnout klingt nach einem starken Leistungsträger der Gesellschaft, der in seinem anerkennenswerten Job bis zum Umfallen alles gegeben hat. Die Diagnose Burnout kann man in der Öffentlichkeit leichter preisgeben, weil man damit zeigt, wie unglaublich stark man eigentlich ist. Depression dagegen erinnert an „Weichlichkeit“ und „Schwäche“ (…ein großer Junge weint doch nicht!…), die aus einem selbst heraus entstanden ist, ohne dass man vorher für einen fordernden Arbeitgeber geschuftet hat.

Gerade in der heutigen Gesellschaft fühlt es sich für viele sehr unangenehm an, „schwach“ zu sein und nicht mehr funktionieren zu können. "Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind." (Albert Einstein)Vielleicht werden Erschöpfungsdepressionen deshalb heute als Burnout bezeichnet, damit man die Verantwortung an seinen anstrengenden Job abgeben kann und selber quasi gar nichts dafür kann. Man fühlt sich mit einem Burnout immer noch stärker und funktionsfähiger als mit einer Depression – und gehorcht damit brav den Normen der Gesellschaft. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer!

Es war genau dieser Wunsch, Unangenehmes nicht fühlen zu müssen und nach außen hin stark zu wirken, der in den Burnout hineingeführt hat! Diese Strategie eignet sich also nicht wirklich für den Rückweg in die Heilung!

Erst wenn Du die volle Verantwortung für Deinen Zustand übernimmst, Dir all Deine Stärken und Schwächen eingestehst und Dich so annehmen lernst wie Du bist, wird tiefe Heilung möglich.

 

Wie kann ich meinen Burnout überwinden?

Grundsätzlich gibt es aus meiner Sicht keinen großen Unterschied zur Überwindung einer Depression, deshalb empfehle ich Dir, Dich auch auf meiner Depressionsseite umzuschauen. Da beim Burnout der Schwerpunkt auf der Erschöpfung liegt, geht es vor allem darum, wie Du Deinen Akku wieder aufladen und seine „undichten Stellen“ beseitigen kannst. Viele praktische Tipps und noch mehr Informationen erhältst Du über meinen kostenlosen  Lebensfreude-Newsletter.


1.) Der erste Schritt auf dem Weg in die Heilung besteht darin, die Verantwortung für Deine Erkrankung zu übernehmen.

Das bedeutet nicht, dass Du selbst Schuld daran bist! Schuld entsteht nur, wenn man bewusst und mit Vorsatz etwas Schlechtes tut. Was Dich in den Burnout geführt hat, waren größtenteils unbewusste Prozesse; falsche Überzeugungen über Dich und darüber, wie Du sein und was Du alles leisten musst.
Akku leer!Diese negativen Glaubensmuster haben Dich zu einem Verhalten angetrieben, mit dem Du Dich über längere Zeit hinweg selbst überfordert hast. Zu oft hast Du Deine eigenen Wünsche und Grenzen ignoriert und Dinge getan, die Du im tiefsten Inneren eigentlich nicht wolltest. Permanent einen inneren Widerstand zu überwinden, ist sehr anstrengend. Es hat Deinen Akku schneller geleert als Du ihn wieder aufladen konntest.

Warum machen wir Menschen sowas!?
Weil in unserem Gehirn immer noch die alten Programme aus unserer Kindheit ablaufen. Wenn wir nicht gehorcht haben, wurden wir bestraft. Wenn wir nicht so waren, wie unsere Eltern uns haben wollten, zu wenig Leistung zeigten oder nicht bereit waren, die Meinung unserer Eltern als die einzig Richtige anzusehen, wurden wir weniger geliebt (zumindest hat es sich so angefühlt, und das ist es, was zählt). Da unser Gehirn auf Überleben programmiert ist, ist ein Verlust der Liebe und Fürsorge unserer Eltern für das Unterbewusstsein nicht akzeptabel. Lieber verbiegen, verstellen und nach der Meinung anderer leben, als den Rauswurf aus der Gemeinschaft zu riskieren. Solange wir diese alten Programme nicht bewusst verändern, werden wir unser Verhalten den Eltern gegenüber auf andere (Autoritäts-) Personen übertragen und weiter so fortführen. Eines der effektivsten und wirkungsvollsten Hilfsmittel zum Verändern der alten Programme ist EFT.

Beginne zu akzeptieren, dass Du es selbst warst, der aufgrund unbewusster, kindlicher Überlebensmechanismen Deinen Burnout herbeigeführt hat. Nicht Dein Arbeitgeber oder irgendjemand anderes. Dich trifft jedoch KEINE Schuld!

 

2.) Mache Dir im zweiten Schritt Deine emotionalen Stressfaktoren bewusst.

Stress kann im Inneren und im Äußeren stattfinden.
Volle Terminkalender, Zeitdruck und wenig Anerkennung durch den Chef sind nur die äußerliche Komponente. Entscheidend sind letztlich Deine Gedanken und Gefühle – also das, was der äußere Stress innerlich mit Dir macht. Deshalb genügt es nicht, einfach mal Urlaub zu machen, viel spazieren zu gehen und Medikamente zu nehmen, die Dich besser fühlen lassen.

Habe den Mut und verlasse das gemütliche Ruhekissen Deiner Verdrängungsmechanismen!
Beobachte Dich im Alltag sehr genau. Versuche bewusst zu bemerken, wenn Du beispielsweise ein schlechtes Gewissen hast oder Dir etwas peinlich ist. Scham- und Schuldgefühle sind große Energiefresser!

Welches Verhalten zeigst Du, um Scham oder Schuld zu vermeiden?
Was tust Du alles aus Angst, dass sonst irgendetwas Unangenehmes passiert? Frage Dich, ob Deine Angst wirklich begründet und realistisch ist.
Wenn Dir Deine befürchteten Gefühle bewusst werden, kannst Du sie mit EFT auflösen. Du brauchst dann nicht mehr Dein Verhalten daran zu orientieren, ein Aufkommen dieser Gefühle zu vermeiden. Wenn Du Unterstützung dabei brauchst, Dir Deine Gefühle und Verhaltensmuster bewusst zu machen und zu verändern, dann nimm gerne mit mir Kontakt auf.

 

3.) Sorge dafür, dass Dein Körper wieder zu Kräften kommt.

Gönne Deinem Körper eine Auszeit. Wenn der Arzt Dich wegen Burnout für ein paar Wochen von der Arbeit freigestellt hat, dann fange nicht an, exzessiv Sport zu treiben, um die entstehende Leere zu füllen. Lasse die Ruhe einfach mal zu. Am Anfang fühlt es sich fürchterlich an, von 100 auf 0 runterzufahren und nur noch dazusitzen. Du wirst von innerer Unruhe getrieben und kannst das Gefühl, nichts wert zu sein, weil Du gerade nichts leistest, kaum aushalten. Sage Dir immer wieder: Es ist nur ein Gefühl! Und es geht vorbei!

Mit dem Körper Freundschaft schließen

Ich kann Dir folgende neue Angewohnheit wärmstens ans Herz legen: Sprich freundlich und respektvoll mit Deinem Körper! Es kommt Dir vielleicht am Anfang etwas komisch vor, mit Deinem Körper zu reden. Vielleicht hat Dein zweifelnder Verstand auch direkt ein paar abwertende Sprüche auf Lager. Höre einfach nicht hin!
Damit Dein Körper wieder ganz gesund und fit wird, kannst Du ihn am besten dabei unterstützen, indem Du ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm aufbaust. Behandle ihn nicht mehr wie eine Maschine, die gefälligst zu funktionieren hat. Unser Körper ist ein lebendiges, fühlendes Wesen, das jedes Wort von dem hört und versteht, das Du über ihn denkst. Behandle ihn eher wie ein krankes Kind, das momentan Deine Hilfe und liebevolle Unterstützung braucht.

Gesunde Ernährung ist wichtig bei Burnout!Bedanke Dich bei Deinem Körper für all seine guten Dienste, indem Du Dich ausschließlich gesund ernährst und ihm alles gibst, was er braucht, um gesund zu sein. Fordere ihm nicht mehr ab, als er leisten kann, auch wenn das im Moment nicht viel ist. Wenn Du rauchst, Alkohol trinkst oder ungesundes Zeug in Dich hineinstopfst, dann versetze Dich währenddessen in seine Lage und stell Dir vor, wie Du Dich an seiner Stelle dabei fühlen würdest. Das ist die sanfteste Methode, um Süchte zu überwinden! Jemanden, den Du liebst, würdest Du niemals schlecht behandeln. Also lerne, Deinen Körper zu lieben. Dann wirst Du ihm nach und nach immer weniger Gifte zumuten.

Gewöhne Dir an, Deinen Körper täglich zu fragen, was er braucht und was ihm gut tut.
Mit der Zeit wirst Du immer klarere Antworten (in Form von Gedanken, Gefühlen oder Körperempfindungen) von ihm erhalten. Probiere es einfach mal aus!