Angehörige

Das vergessene Leid der Angehörigen

Wenn ein Familienmitglied psychisch erkrankt, ist es nicht nur für den Betroffenen schwierig, damit umzugehen. Auch die Menschen, die den Alltag mit der erkrankten Person teilen und ihr emotional am nächsten sind, geraten dadurch in eine völlig neue und belastende Lebenssituation.

Wenn beispielsweise ein Elternteil vor Erschöpfung nur noch auf dem Sofa liegen kann und der/die Partner/in plötzlich Kinder, Haushalt und Familieneinkommen komplett alleine stemmen muss, ist das eine enorme Belastungssituation. Wenn man einen geliebten Menschen plötzlich gar nicht mehr wiedererkennt, weil er sich seltsam verhält, aggressive Ausraster bekommt oder sich von der eigenen Familie verfolgt und bedroht fühlt, ist das für viele Angehörige kaum zu ertragen. Besonders schmerzvoll ist die Situation für Eltern, deren Kinder psychisch erkranken, vor allem wenn diese sich selbst Leid zufügen. Sie leiden unter quälenden Schuldgefühlen und Fragen wie „Was haben wir nur falsch gemacht?!“. Viele Angehörige erleben intensive Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit, weil sie immer wieder die Erfahrung machen, dass sie dem Betroffenen trotz größter Bemühungen nicht aus der Krise heraushelfen können. Sie tun alles dafür, um den Erkrankten zu stützen, und vernachlässigen dabei oft ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse.

Das Problem betrifft nicht nur Familienmitglieder, sondern auch Freunde, Arbeitskollegen oder Menschen in helfenden Berufen, die es trotz größter Bemühungen nicht schaffen, dem anderen zu helfen.
Etwa die Hälfte aller Angehörigen erkrankt am Ende selbst durch diesen seelischen Dauerstress, z.B. in Form von psychosomatischen Störungen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Magenbeschwerden.

Beratung und Coaching für Angehörige

Leider gibt es in unserem Gesundheitswesen noch viel zu wenig Hilfe und Unterstützung für Angehörige psychisch kranker Menschen. Deshalb biete ich in meiner Praxis auch Beratung und Coaching für Dich als Angehörigen an, bei dem Deine eigenen Belange, und nicht das erkrankte Familienmitglied im Mittelpunkt stehen.
Es geht darum zu lernen, Dich selbst wieder wichtig zu nehmen und Dich auch mal abgrenzen zu dürfen – und das ganz ohne Schuldgefühle. Niemandem ist geholfen, wenn Du Dich für jemand anderen aufopferst und irgendwann selbst daran zerbrichst. Dann kannst Du dem Erkrankten nämlich überhaupt nicht mehr helfen. Du kannst nur dann eine gute Stütze und ein stabiler Fels in der Brandung sein, wenn Du als erstes an Dich selbst denkst und Deine eigenen Grenzen und Bedürfnisse über die Deines erkrankten Angehörigen stellst, so hart und egoistisch das auch zunächst klingen mag.

Bist Du schon einmal mit dem Flugzeug geflogen? Hast Du Dir gemerkt, was die Stewardess vor Beginn des Fluges über eventuelle Notfallsituationen erklärt hat? Wenn bei plötzlichem Druckabfall die Sauerstoffmasken von der Decke fallen, dann musst Du unbedingt zuerst DIR SELBST eine Maske aufsetzen, und Dich erst dann um Deine Sitznachbarn kümmern! Erst wenn Deine eigene Lebenskraft gesichert ist, bist Du wirklich in der Lage, eine echte Hilfe für andere zu sein. Genau darum geht es!

Wenn Du Dich angesprochen fühlst, dann ruf mich gerne an. Ich helfe Dir gern dabei, für Dich einen guten Weg zu finden und Deine emotionalen Belastungen zu reduzieren.
In naher Zukunft werde ich auch eine Gruppe für Angehörige anbieten, die sich regelmäßig unter fachlicher Anleitung zum gegenseitigen Austausch trifft.