Angehörige

Das vergessene Leid der Angehörigen

Wenn ein Familienmitglied psychisch erkrankt, ist es nicht nur für den Betroffenen schwierig, damit umzugehen. Auch die Menschen, die den Alltag mit der erkrankten Person teilen und ihr emotional am nächsten sind, geraten dadurch in eine völlig neue und belastende Lebenssituation.

Wenn ein Elternteil vor Erschöpfung nur noch auf dem Sofa liegen kann und der Partner oder die Partnerin plötzlich Kinder, Haushalt und Familieneinkommen komplett alleine stemmen muss, ist das eine enorme Belastungssituation.

Wenn man einen geliebten Menschen plötzlich nicht mehr wiedererkennt, weil er sich seltsam verhält, aggressive Ausraster bekommt oder sich von der eigenen Familie verfolgt und bedroht fühlt, ist das für viele Angehörige kaum zu ertragen.

Besonders schmerzvoll ist die Situation für Eltern, deren Kinder psychisch erkranken. Sie leiden unter quälenden Schuldgefühlen und Fragen wie „Was haben wir nur falsch gemacht?!“. Viele Angehörige erleben intensive Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit, weil sie immer wieder die Erfahrung machen, dass sie dem Betroffenen trotz größter Bemühungen nicht aus der Krise heraushelfen können. Dabei vernachlässigen sie oft ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse.

Betroffen sind nicht nur Familienmitglieder, sondern auch Freunde, Arbeitskollegen oder Menschen in helfenden Berufen. Etwa die Hälfte aller Angehörigen erkrankt selbst durch diesen seelischen Dauerstress, z.B. in Form von psychosomatischen Störungen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Magenbeschwerden. Doch soweit muss es nicht kommen!

Beratung und Coaching für Angehörige

Zur Zeit gibt es in unserem Gesundheitswesen noch sehr wenig Hilfe und Unterstützung für Angehörige psychisch kranker Menschen. Deshalb biete ich in meiner Praxis auch Beratung und Coaching für Dich als Angehörige an, bei dem vor allem Deine eigenen Gefühle, und nicht ausschließlich die des erkrankten Familienmitglieds im Mittelpunkt stehen. Als Beraterin am sogenannten „SeeleFon“, einer kostenlosen Hotline vom Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (BApK), habe ich mich auch auf die Beratung und Seelsorge für Angehörige spezialisiert.

Was kann ich als Angehörige tun? 

Zunächst einmal ist es für Dich wichtig, Informationen zu der speziellen Erkrankung zu bekommen. Niemand kann sich wirklich vorstellen, wie es ist, depressiv oder psychotisch zu sein, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Man kann das ungewohnte Verhalten des Erkrankten jedoch besser verstehen, wenn man zumindest über die Symptomatik, Phasenverläufe und Frühwarnzeichen so gut wie möglich aufgeklärt ist. Da ich selbst lange Zeit unter Depressionen gelitten habe, kann ich Dir diese Erkrankung sogar aus Sicht einer Betroffenen schildern. Dadurch kommt es vielleicht weniger zu Missverständnissen und Fehleinschätzungen.

Auch geht es darum zu lernen, Dich selbst wichtig zu nehmen und Dich auch mal abgrenzen zu dürfen – und das ganz ohne schlechtes Gewissen. Niemandem ist geholfen, wenn Du Dich für jemand anderen aufopferst und irgendwann selbst daran zerbrichst. Du kannst nur dann eine gute Stütze und ein stabiler Fels in der Brandung sein, wenn Du als erstes an Dich selbst denkst und Deine eigenen Grenzen und Bedürfnisse über die Deines erkrankten Angehörigen stellst, so hart und egoistisch das auch zunächst klingen mag.

Bist Du schon einmal mit dem Flugzeug geflogen? Hast Du Dir gemerkt, was die Stewardess vor Beginn des Fluges über eventuelle Notfallsituationen erklärt hat? Wenn bei plötzlichem Druckabfall die Sauerstoffmasken von der Decke fallen, dann musst Du unbedingt zuerst DIR SELBST eine Maske aufsetzen, und Dich erst dann um Deine Sitznachbarn kümmern! Erst wenn Deine eigene Lebenskraft gesichert ist, bist Du wirklich in der Lage, eine echte Hilfe für andere zu sein. Genau darum geht es!

Wenn Du Dich angesprochen fühlst, dann ruf mich gerne an. Ich helfe Dir dabei, für Dich einen guten Weg zu finden, mit der Situation umzugehen. Du kannst bei mir die Stressreduktionstechnik EFT lernen, um sie in Deinem Alltag selbst anwenden zu können. Das Klopfen hilft Dir, eine andere Sicht auf die Dinge zu bekommen und Dich von emotionalen Belastungen zu befreien.

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